Neues Projekt „Männer – Bildung – Männerbildung“

Das Projekt mit einjähriger Laufzeit (April bis Dezember 2017), das vom vhs-Verband Baden-Württemberg und von der Ev. Landesarbeitsgemeinschaft der Familien-Bildungsstätten in Württemberg (LEF) getragen und vom Kultusministerium des Landes gefördert wird, fragt danach, wie Erwachsenenbildung für Männer gestaltet sein muss, damit sie ankommt. Das Projekt sucht dazu aktive Einrichtungen und Fachkräfte, die Bildungsangebote für Männer im lokalen Kontext interessanter machen wollen, und bietet eine Begleitung von Aktivitäten vor Ort in Fokus- oder Praxisgruppen mit Aktivierungs- und Umsetzungsperspektive.

Das Projekt geht von der Lebenssituation sowie von aktuellen Fragen und Bedarfen von Männern aus und greift diese in dialogischen, beteiligungsorientierten Prozessen auf, so dass diese in Bildungs- und Weiterbildungsangebote umgesetzt werden können. In einem zugleich inklusiven Ansatz sollen (Fach-) Männer aller Bevölkerungsgruppen angesprochen werden.

Mit dem Projekt soll erreicht werden, dass in Bildungs- und Weiterbildungsangeboten mehr Männer angesprochen und erreicht werden können. Der Dialogprozess findet in Fokus- oder Praxisgruppen vor Ort statt, in die sowohl Haupt- und Ehrenamtliche als auch Männer aus dem Sozialraum dazu eingeladen werden, relevante Themen zu diskutieren und neue Formate für Männerbildung zu entwickeln. Hierfür werden an fünf Standorten Fokus- oder Praxisgruppen eingerichtet, die sich mit den relevanten Fragestellungen befassen und zusammen einen deutlichen Schritt in die Umsetzung gehen.

  • Projektziele: in Bildungs- und Weiterbildungsangeboten mehr Männer ansprechen und erreichen, Männer als Bildungsakteure und Kursleiter gewinnen
  • Zeitrahmen: April bis Dezember 2017
  • Vorgehensweise: an fünf Projektstandorten werden Fokus- oder Praxisgruppen eingerichtet, die in einem dialogischen Prozess Zugänge und Bedarfe von Männerbildung erörtern sowie Aktivitäten und Angebote konzipieren
  • Themenschwerpunkte: ergeben sich aus der Expertise und den von den Teilnehmenden formulierten Bedarfen. Die Ergebnisse dieser Fokus- bzw. Praxisgruppen können in entsprechende Weiterbildungsformate z.B. im Bereich Männergesundheitsbildung, Väterbildung usw. umgesetzt werden.
  • Leistungen im Projekt: Für die Durchführung der Dialogprozesse erhalten die Standorte Unterstützung in Form einer fachlichen Begleitung und mit einem finanziellen Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro.
  • Projektbegleitung: SOWIT Tübingen
  • Ausschreibung: beim vhs-Verband und bei der LEF – Für das Projekt bewerben können sich Volkshochschulen im vhs-Verband Baden-Württemberg, Familienbildungsstätten der LEF oder Kooperationen aus beiden Einrichtungen. Bewerbungsfrist (Eingang beim vhs-Verband) ist der 20. März 2017.

Dokumentation Fachtag „Väter in der Familienbildung“ 16.2.2017

Mit fast 50 Teilnehmenden, davon 15 Männer und 32 Frauen, diskutierten wir am Vormittag nach einem Grußwort von Dr. Norbert Lutz vom Kultusministerium Baden-Württemberg aktuelle Veränderungen beim Vatersein und in der Gestaltung der Vaterschaft, die wichtige Rolle der Betriebe, um Väter in ihren Gestaltungswünschen zu unterstützen, und die Herausforderungen, die sich daraus für eine zeitgemäße Familienbildung ergeben.

Am Nachmittag wurden der Verlauf des Gesamtprojekts, Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit den Projektstandorten und erste Auswertungsergebnisse vorgestellt. Anschließend präsentierten die sechs Projektstandorte in drei Workshops ihre Praxisaktivitäten und -erfahrungen. Die Diskussion der Schlussrunde zeigte deutlich, dass der Ansatz des Projekts „Väter in der Familienbildung“ an den Standorten weitergeführt werden muss – und auf Basis deren gelingender Ansätze und positiver Ergebnisse auch andernorts aufgegriffen werden kann. In diesem Sinn erreichten uns einige positive Rückmeldungen zum Fachtag:

„Vielen Dank nochmals für den Fachtag letzte Woche: Vorträge, Organisation und Austauschmöglichkeiten waren äußerst gut. Für meine Arbeit werde ich davon recht viel profitieren!“

Danke noch mal an alle Mitwirkenden für ihre engagierten Beiträge!

V O R T R Ä G E

Vortrag Prof. Dr. Johanna Possinger

MEHR ZEIT FÜR DIE FAMILIE? Väter zwischen Fürsorge- und Erwerbsarbeit

Vortrag Hans-Georg Nelles

VÄTER IM GLEICHGEWICHT. Der Beitrag von Betrieben und Bildungseinrichtungen

Dr. Michael Lesky, Dietmar Lipkow, Gunter Neubauer

Das Projekt „Väter in der Familienbildung“

P R Ä S E N T A T  I O N E N

Workshop 1: vhs und FBS Esslingen, FBS Filderstadt

Workshop 2: vhs Schwäbisch Gmünd, FBS Tübingen

Workshop 3: vhs Karlsuhe, fbs Ulm

SWR2 Wissen, Samstag 18.2. „Die ’neuen‘ Väter – eine Illusion?“

SWR2 Wissen

Samstag, 18. Februar, 8.30 Uhr
Die „neuen” Väter – eine Illusion?
Von Silvia Plahl

Crash-Kurse in den Kreißsälen für werdende Väter, das Papa-Café während der Elternzeit und Selbsthilfegruppen für die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Vaterschaft – Offerten für das Rollenmodell moderner Väter sind (zumindest in vielen Städten) mittlerweile vorhanden. Damit sich der Männerwandel vom traditionellen Alleinernährer zum gleichwertig versorgenden Elternteil jedoch tatsächlich vollziehen kann, muss noch an einigen Stellschrauben gedreht werden: Ein erstarrtes Geschlechterverhältnis steht oft im Weg. Junge Mütter sollten die Väter „auch machen lassen”. Und Männer fürchten wie Frauen die Mehrfachbelastung in der Elternschaft. Liegt es an ihr und ihm oder an Politik, Ökonomie und Gesellschaft?

SZ: Früher Kontakt zum Papa ein Gesundheitsvorteil für Kinder?!

In einer dreiminütigen Videokolumne vom 1. Februar 2017 informiert SZ-Redakteur Werner Bartens aus dem Ressort Wissen kurz und knapp darüber, warum Kinder ihre Väter dringend brauchen und wie wichtig ein früher Kontakt zum Papa ist. Dabei vertritt er drei wesentliche Thesen:

  1. Väter sind für die frühkindliche Entwicklung von Kindern sehr wichtig.
  2. Kinder mit einer guten Beziehung zu ihrem Vater sind emotional ausgeglichener.
  3. Väter sind ein wichtiges Rollenvorbild für Mädchen und Jungen.

 

 

WZB-Studie: Väter wollen mehr Zeit für die Familie

Betriebe haben einen entscheidenden Einfluss darauf, ob sich Mütter und Väter mit kleinen Kindern die Aufgaben in Familie und Beruf partnerschaftlich aufteilen. Viele Eltern, insbesondere Väter, streben eine stärker egalitäre Aufteilung von Erwerbs- und Elternzeiten an. Mütter und Väter können diesen Wunsch aber oft nicht realisieren. Angst vor beruflichen Nachteilen und fehlende Angebote an flexiblen Arbeitszeitmodellen stehen im Weg. Auch finanzielle Möglichkeiten der Paare begrenzen die Chancen einer Umverteilung bezahlter Arbeit. Das zeigt eine WZB-Studie, die Ende Januar gemeinsam von WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgestellt wurde. Sie hat erstmals die Rolle von Betrieben für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Aufgaben untersucht. Befragt wurden mehr als 1.700 zusammenlebende Mütter und Väter, deren Kinder jünger als 13 Jahre alt sind.

  • Viele Paare, insbesondere Väter, wünschen sich eine egalitärere Aufteilung von Erwerbsarbeits- und Elternzeiten. Vier von zehn Vätern (42 %) wünschen sich eine – annähernd – egalitäre Aufteilung der Erwerbsarbeit.
  • Insbesondere Väter sind unzufrieden mit ihren derzeitigen Arbeitszeiten und wünschen sich im Durchschnitt eine Wochenarbeitszeit von 35 Stunden.
  • Für Väter haben Rechtsansprüche und ökonomische Anreizsysteme (Partnermonate) große Bedeutung.
  • Väter würden gern mehr Elternzeit nehmen, befürchten aber finanzielle und berufliche Nachteile (52% würden gern mehr als zwei Monate Elternzeit nehmen). Die Sorgen sind meist unbegründet: fast 90% der Väter, die Elternzeit genommen haben, sagen rückblickend, dass dies keine negativen Auswirkungen für sie hatte.
  • Die Arbeitszufriedenheit ist in Betrieben mit guten Vereinbarkeitsbedingungen deutlich höher als in familienunfreundlichen. Gerade Väter beweisen eine hohe Loyalität gegenüber ihrem familienfreundlichen Arbeitgeber und planen deutlich seltener einen Stellenwechsel.

Quelle: wzb.eu

Janine Bernhardt, Lena Hipp, Jutta Allmendinger: Warum nicht fity-fifty? Betriebliche Rahmenbedingungen der Aufteilung von Erwerbs- und Fürsorgearbeit in Paarfamilien, 138 Seiten (PDF)

Zusammenfassung der Studie hier