Sieben Hürden für die Teilnahme von Vätern an Angeboten

Dr. Andreas Eickhorst vom DJI München, Mitglied im „Väter-Experten-Netzwerk Deutschland“ (VEND) und Vorstandsmitglied des Augsburger Vereins zur Förderung von Vätern „papagen e.V.“ hat – in Anlehnung an einen Artikel von Panter-Bricks (s.u.: *) – sieben Hürden für die Teilnahme von  Vätern an Angeboten z.B. im Bereich der Familienbildung formuliert. Diese waren auch Thema beim Workshop Väter ansprechen – erreichen – einbeziehen am 28. September 2016. Dort haben sich die folgenden Leitfragen als gutes Analyse-Instrument zur Standortbestimmung und für die Arbeit an eigenen Entwicklungsperspektiven gezeigt.

Kulturelle Hürden:

Wie überzeugend ist der Rahmen der Angebote (Zeit, Raum, Kontext) in Bezug auf die Wirkung der Angebote als relevant und attraktiv für Väter? Sind Zeitpunkt, Ort und Programmmedium für Väter genauso geeignet wie für Mütter? Sind genügend Ressourcen vorhanden, beide zu erreichen?

Institutionelle Hürden:

Wie väterfreundlich ist die Organisation in Bezug auf die Grundhaltung, die Kontaktaufnahme, die Unterstützung sowie das Monitoring? Wie responsiv sind die Angebote gegenüber geschlechtsspezifischen Unterschieden in Erziehungsfragen?

Professionelle Hürden:

Betrachten die Fachkräfte Väter als gleichermaßen wichtig und einbezugswürdig oder könnten sich Väter durch Haltungen der Fachkräfte ausgeschlossen fühlen? Werden Mütter und Väter ausdrücklich auf die Bedeutung der Teilnahme am Programm und die resultierenden Vorteil für die Kinder hingewiesen?

Operative Hürden:

Ist die Dokumentation der Teilnehmenden aufgeschlüsselt nach Geschlecht? Können Elternpaare in gemischten Gruppen identifiziert werden?

Inhaltliche Hürden:

Ist der Inhalt des Angebotes gleichermaßen relevant für Mütter und Väter? Werden die Bedürfnisse der Väter ebenso wie jene der Mütter erkannt?

Ressourcenbedingte Hürden:

Sind genügend Ressourcen vorhanden, ein vorhandenes Angebot zu auditieren und, falls nötig, entsprechende Veränderungen zu implementieren?

Strategische Hürden:

Werden Vision, Aktionspläne und Strategien unterstützt und integriert, die einen spezifischen Fokus auf beide Elternteile bzw. Väter legen?

*Panter-Bricks et al. (2014). Practitioner Review: Engaging fathers – recommendations for a game change in parenting interventions based on a systematic review of the global evidence. Journal of Child Psychology and Psychiatry.

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