Studienreise „Väter in der Familienbildung“ 2. – 4.2.2016 – erster Tag

Am 2. Februar machten sich 14 Personen, davon vier Männer, auf zu einer Studienreise „Väter in der Familienbildung“. Der erste Informations- und Austauschpartner war das Väternetzwerk München e.V., eine Vernetzungs- und Informationsplattform für Väter und Männer. In diesem Verbund arbeiten Münchner Sozial- und Selbsthilfeorganisationen zusammen. Im Väterbüro wurden wir empfangen und in lockerer Runde stellten uns die Herren Rauscheder,  Lobermeyer und Tutsch ihre praktische Arbeit sowie die strukturelle Einbettung und Vernetzung der Einrichtungen vor. Eine über Jahre intensive Kontakt- und Vernetzungsarbeit hat erreicht, dass Väterarbeit und Netzwerke der Männerarbeit inzwischen durch die Selbsthilfeförderung der Stadt München gefördert wurden und langsam ein Bewusstsein für die Lebenslagen von Männern und Vätern entstanden ist.

Als Fazit aus diesem ersten Kontakt der Studienreise kann festgehalten werden:

  • Väter brauchen ihre „eigenen“ Orte, an denen sie sich treffen und austauschen können: „fester Termin, offenes Angebot, sich wohlfühlen können“
  • Väterarbeit braucht engagierte Männer / Väter als Multiplikatoren.
  • Im inhaltlichen Ansatz wird auf Defizitorientierung und Orientierung am weiblich-mütterlichen Modell verzichtet.
  • Männer- und Väterarbeit braucht eigenständige Strukturen.
  • Eine gelingende Interessenvertretung der Väter (und Männer) muss vernetzt arbeiten und in der Öffentlichkeit aktiv sein.

Ein Bericht über unseren Besuch beim Väternetzwerk München findet sich hier.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in einer typisch bayrischen Lokalität zusammen mit den Gesprächspartnern fuhren wir weiter nach Innsbruck zum PsyKo-Institut – Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung. Es gehört zur Universität Innsbruck und wurde 2010 gegründet; seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. „Vaterforschung und die Erforschung des Verhältnisses Mann – Kind“, „Männer in erzieherischen und sozialen Berufen“ sowie „Männer in der Elementarpädagogik“.

Nach dem praxisbezogenen Austausch beim Väternetzwerk in München wurden uns hier nun interessante Forschungsergebnisse vorgestellt. Professor Aigner als Leiter des Instituts und die Herren Huber und Koch als wissenschaftliche Mitarbeiter stellten uns Ergebnisse und Erkenntnisse aus verschiedenen jüngeren Projekten vor, u.a.

  • die Wirkungsstudie Innsbruck „W-INN“ (2010 – 2012) zur Wirkung männlicher Kindergartenpädagogen auf Kinder im elementarpädagogischen Alltag
  • das Forschungsprojekt „Elementar – Männer in der pädagogischen Arbeit mit Kindern“ (2008 – 2010)

Außerdem referierten sie Ergebnisse aus langjähriger Vaterforschung. Dabei plädierten sie etwa dafür, nicht von Vaterlosigkeit oder Abwesenheit von Vätern zu sprechen, sondern besser von Vaterferne. Umgekehrt sollten Väter keine „Mappies“ werden, und es brauche Respekt auch für die Ernährerrolle als Teil männlicher Fürsorge. Aktives Vatersein hänge – viel mehr als Muttersein – mit der Partnerschaftszufriedenheit zusammen, aber auch auf sozialer und politischer Ebene gebe es viele Stellschrauben, um Väter und Vaterschaft zu stärken – z.B. in Unternehmen.

Vor dem Hintergrund einer aktuellen Veröffentlichung lenkte Herr Huber noch den Blick auf die Wahrnehmung der Väter durch ihre Kinder – Väterdiskurse werden ja eher dominiert durch Themen wie „Wahrnehmung der Väter durch die Mütter“, „gesellschaftliche Erwartungen an Väter“, „Wirkung von Vätern auf Kinder“ usw.

Nach diesem dichten Input ging’s dann ins Hotel und anschließend in ein Restaurant mit österreichischen Spezialitäten und bayerischem Bier…

Ein Gedanke zu “Studienreise „Väter in der Familienbildung“ 2. – 4.2.2016 – erster Tag

  1. Lieber Gunter, liebe Partner, Teilnehmerinnen und Teilnehmer, es war rundherum eine sehr wertvolle Studienreise, beste Partnerinstitutionen auf beiden Seiten. Hoffentlich ergeben sich viele Kooperationen, neue Formate und Angebote. Beste Grüße Rolf Ackermann/KM

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